Gemeinden:Bartholomäberg, Gaschurn (Partenen), Lorüns, St. Anton, St. Gallenkirch (Gargellen), Schruns, Silbertal, Stallehr, Tschagguns, Vandans
im Bezirk:Bludenz
Bevölkerung:16.995 (2021)
Fläche:560 km2
Hauptfluss:Ill
1. Übersicht4. Tschagguns | Vandans7. Wirtschaft und Tourismus
2. Außerfratte: Bartholomäberg | St. Anton5. Innerfratte: Gaschurn | St. Gallenkirch8. Verkehr
3. Schruns | Silberberg6. Gebirge und Gewässer9. Bsundrigs
   
10. Geschichte des Montafons  
  • Übersicht
  • Einteilung

    Das Montafon besteht geographisch mit der Inner- und der Außerfratte aus zwei etwa gleich großen Teilen. Die Grenzlinie ist das Frattetobel hinter dem Schrunser Feld nach dem Maurenstutz. Hier verengt sich das Haupttal zwischen Zamangstock und Hora auf wenige Meter. Die Außerfratte weist einen weiten Talgrund auf. Sie ist klimatisch begünstigt und deshalb dichter besiedelt.

  • Übersicht Einteilung
    AußerfratteInnerfratte
    BartholomäbergGaschurn (Partenen)
    St. AntonSt. Gallenkirch (Gortipohl, Gargellen)
    Schruns 
    Silbertal
    Tschagguns
    Vandans
  • Klima

    Das Klima ist durch die gegen NW offene Lage ozeanisch beeinflusst. Durch den Föhn, der sehr häufig auftritt, wird die mittlere Jahrestemperatur sehr stark erhöht. Die Niederschläge liegen im Tal unter 1.200 mm und steigen in den Hochlagen der Silvretta über 2.500 mm pro Jahr an.

  • Besiedlung

    Bronzezeitliche Funde deuten auf eine Nutzung des Montafons in vorgeschichtlicher Zeit hin. Schon vor der Besiedlung im 9. und 10. Jh. wurde es als Alp- und Maisäßgebiet genutzt. Die ersten Siedler dürften Rätoromanen ohne grundherrliche Bindung gewesen sein.

    In einer Urkunde von 1355 werden die „hofjunger ze Sanct Peteren“, die „frigen“ (Freien), die „Gottshußleüth“, die „Silberer“ und die "Walliser" als Bewohner genannt.

    Die Hofjünger waren Hofleute des Reichshofes St. Peter bei Bludenz.
    Die Silberer müssen wohl Bergknappen gewesen sein, die der Bergbau nach Bartholomäberg und Kristberg gezogen hatte.
    Die Walser siedelten sich in der ersten Hälfte des 14. Jhs. im Montafon an.
    Im Montafon lebten zu dieser Zeit auch kleinere Gruppen von Vogt- und Edelleuten. Die bedeutendsten davon waren die der Gotteshausleute, die zu St. Gerold gehörten. Auch Sonnenberger werden in Urkunden öfters erwähnt.

  • Namensgebung

    Der Name leitet sich vom rätoromanischen „Muntavun“ ab und dürfte Grubenberg bedeuten. Dies ist auf den Bergbau zurückzuführen. Auf die frühe Besiedlung der Außerfratte durch die Rätoromanen deuten die Ortsnamen Lorüns, Vandans, Tschagguns und Schruns hin. Auch Flurnamen Alpe Kapell (campo bello, Schönfeld Alpe), Brif (Schattenseite), Lifinar (Lawinenfeld) oder Montjola (das Bergle) errinnern an diese Zeit.

  • Bergbau

    Die erste Urkunde, die Silberabbau in Bartholomäberg erwähnt, stammt aus dem Jahre 1319. Er erreichte unter den Fuggern im 15. Jh. seinen Höhepunkt. In der ersten Hälfte des 17. Jh. zerfielen die Bergwerksbetriebe.

    Eine Blütezeit erlebte Schruns in der Mitte des 14. Jh., als es Sitz eines kaiserlichen Bergamtes wurde. Weil an zwei flößbaren Flüssen gelegen, wurde es wohl wegen seiner verkehrstechnischen Lage dazu auserwählt. So wurde damals in Schruns am Kohlplatz Holzkohle erzeugt, die zum Betrieb von Schmelzwerken erforderlich war. Entlang der Litz standen Pochwerke zum Zerkleinern des Erzes, das dann im Schmelzofen verhüttet wurde. Die Bergrichter hatten die behördliche Oberaufsicht über die Gruben, waren Beamte der Regierung in Innsbruck und unterstanden dem Bergrichteramt in Schwaz.

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