• Ende 19. Jahrhundert
  • Industrialisierung

    Die Industriestadt Dornbirn ist ein Zentrum der Liberalen und seit der Jahrhundertwende der Mittelpunkt der Großdeutschen Partei, die einen Anschluss an Deutschland anstrebt, antimarxistisch, antiklerikal und antisemitisch ist.

  • 1919
  • 1919

    Die überwiegende Mehrheit der Vorarlbergerinnen und Vorarlberg stimmt 1919 für einen Anschluss an die Schweiz. Dies hat zumeist wirtschaftliche Gründe. Vorarlberg ist sportliche und kulturell stärker mit dem süddeutschen Raum verbunden.

  • ab 1930
  • 1930/31

    Als Bundeskanzler strebt Otto Ender eine Wirtschaftsunion mit Deutschland an. Als Landeshauptmann spricht sich noch für einen Anschluss an Deutschland aus.

  • 1932

    Bei der letzten demokratischen Landtagswahl in Vorarlberg vor dem Zweiten Weltkrieg erhält die NSDAP fast 11 % der Stimmen.

  • 1932

    Seit 1932 ist die Hitlerjugend aktiv, wird jedoch von 1933 bis 1938 verboten, was zur Inhaftierung von Mitgliedern führt. 1936 wird ihre verbotene und umfassende Organisation, der „Bann Vorarlberg“, aufgedeckt, der besonders an den Gymnasien in Bregenz und Dornbirn Anhänger besitzt.

  • 1933

    Die NSDAP verübt in Österreich terroristische Anschläge. Daraufhin wird sie - mit der Hitlerjugend - verboten. Aufgrund von Unterstützung vor allem aus der Textilindustrie verschwindet sie jedoch nicht.

  • 1933

    Eduard Ulmer baut die Einheitspartei der Vaterländischen Front auf - ein künstliches Produkt.

  • 1934

    Allmählich beginnt sich eine österreichische Identität zu entwickeln.

  • 1934

    Dipl.-Ing. Ernst Winsauer wird als Nachfolger des zum „Verfassungsminister“ erhobenen Landeshauptmannes Dr. Otto Ender von der ständisch-autoritären Regierung in Wien eingesetzt, nicht gewählt. Er glaubt wie viele an eine vom Papst und der österreichischen Kirche unterstützten neuen „ständischen Demokratie“. 

  • 1934

    In Österreich herrschen Beamtenbürokratie und Polizeiabsolutismus. Statt Demokratie gibt es in vielen Bereichen Diktatur. Es ist schwierig Übergriffe der illegalen Nationalsozialisten zu unterdrücken, welche durch tausende Arbeitslose, Beamte, Angestellte und Vorarlberger Großindustrielle Unterstützung erhalten.

  • 1936

    Landeshauptmann Winsauer übt häufig Kritik an der ständestaatlichen Realität und lässt erstmals und einzig in Österreich Bauernstands- und Gemeindetagswahlen durchführen. Etwa 40 % der Wählerinnen und Wähler sehen dem Österreichtum gleichgültig gegenüber oder wünschen sich einen Anschluss an NS-Deutschland.

  • 1938
  • ab 1938

    Für Vorarlbergs Arbeitnehmerschaft zählen vordergründig nicht Propagandaziele, sondern Arbeit und Lohn. Unter dem neuen NS Staat werden Wohnungen und Straßen gebaut und die Wildbachverbauung vorangetrieben. Ende August 1938 haben 9.000 Arbeitslose wieder Arbeit.

  • 1. März 1938

    Auf dem Areal der Feldkircher Jesuiten denkt die Frontmiliz an bewaffneten Widerstand gegen die Feldkircher SA. Die Jesuiten gehören zu den Hauptgegnern der Vorarlberger Nationalsozialisten. Ihre Schule steht in enger Beziehungen zu Otto Ender, Dollfuß und Schuschnigg.

  • 11. März 1938

    Kanzler Schuschnigg hat auf den 13. März 1938 eine Volksabstimmung für ein selbständiges Österreich angesetzt. Diese sagt er kurzfristig ab und hält seine Abschiedsrede.

  • 1938
  • 12. März 1938

    Die Wehrmacht marschiert in Österreich ein. Am 13. März 1938 verkündet Adolf Hitler den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

  • ab 12. März 1938

    Die Mädchen, im Bund Deutscher Mädel BDM organisiert, soll nicht „militarisiert“ werden. Als „Arbeitsmaiden“ stehen sie im Dienst der deutschen Mutter und Hausfrau.

  • ab 13. März 1938

    Kirchliche Vereine und Jugendorganisationen werden verboten. Die Alpenvereinsjugend wird als einzige Jugendorganisation nicht aufgelöst. Pfarrjugendkreise oder Pfadfinder treffen sich mancherorts im Verborgenen. Die Maßnahmen der Nationalsozialisten richten sich vorerst nicht gegen Klöster und Orden.

  • April 1938

    Generalvikar Tschann und Kardinal Innitzer begrüßen Anschluss und Nationalsozialismus. Die Kirche scheint dadurch vorerst nicht ernsthaft bedroht zu sein. 

  • 1938

    Obwohl Geistliche eingeschüchtert werden, akzeptiert die NSDAP vorerst Kirche und Religion, die beim Großteil der Vorarlberger Bevölkerung starken traditionellen Rückhalt genießt. Gottesdienste, kirchliche Feiern und Religionsunterricht können noch in vollem Umfang durchgeführt werden.
     

  • Sommer 1938

    Mit dem Vorarlberger Alpenjäger-Bataillon Nr. 5 wird noch im Sommer 1938 die einzige österreichische Truppen-Einheit aufgelöst. 

  • September 1938

    Konfessionelle Schulen werden aufgelöst. Die betrifft drei Kindergärten, fünf Volksschulen, drei Hauptschulen, acht Fachschulen und sechs Höhere Schulen.

  • 1938

    Obwohl sich die NS-Ideologie von allem Anfang an den Prinzipien des Kampfes und Krieges verschrieben hatte und jedem Gegner mit physischer Vernichtung drohte, denken nur wenige Vorarlbergerinnen und Vorarlberger an Krieg. 

  • 1939
  • 1939

    Die Verleihung der Mutterkreuze ab 1939 lässt den herannahenden Krieg erahnen. Der Dornbirner Bürgermeister erklärte dazu: „So wie das Eiserne Kreuz an den tapfersten Soldaten verliehen wird, so bekommt auch das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter nur jene Mutter, die der Nation so viele Kinder geschenkt hat, als sie braucht, um zu bestehen ..."

  • 1. September 1939

    Der Zweite Weltkrieg beginnt mit dem Überfall auf Polen.

  • 1940
  • 1940

    Die von Gauleiter Hofer betriebene Auflösung des Gaues Vorarlberg und dessen Eingliederung in den Gau Tirol wird abgeschlossen. Damit verliert Vorarlbergs NS-Elite einen Großteil ihrer Macht. 

  • 1940

    Vor allem junge Frauen werden zum Arbeitsdienst außerhalb Vorarlbergs verpflichtet. Sie sollen die Männer ersetzen, die im Kriegsdienst sind.

  • 1941
  • 1941

    Vorarlberg wird zu einem wichtigen Produzent in der Rüstungsfertigung.

  • 1943
  • 1945
  • 1945

    Unter den seit Herbst 1943 einsetzenden Luftangriffe auf Österreich hat Vorarlberg am wenigsten zu leiden. Zehntausende Menschen aus dem Osten Österreichs flüchteten in das „sichere“ Vorarlberg an der Grenze zur Schweiz. Hat Vorarlberg 1939 noch 158.500 Einwohnerinnen und Einwohner, stieg die Zahl bis zum Mai 1945 auf 240.000 Menschen an. Drückende Wohnungsnot und Nahrungsmangel waren die Folge.

  • 7. Mai 1945

    Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet in Reims (F) die Kapitulation der deutschen Streitkräfte.

  • 1945

    Die schreckliche Kriegsbilanz bringt für Vorarlberg 5.780 Gefallene und 1.959 Vermisste. Das sind rund 20 % der männlichen Landesbevölkerung des Jahres 1939. 

    Österreichs Verluste betrugen 194.000 Kriegstote, davon 170.000 Militär-  und 24.000 Zivilpersonen. Dazu kamen 76.000 Vermisste und 120.000 Invalide. 

  • 1945

    Österreich wird in Besatzungszonen eingeteilt. Vorarlberg und Tirol wird von den Franzosen besetzt.