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Sa, 24. Oktober 2020 l 13:34

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23.05.17 15:49

Vorarlberg interaktiv

Die Veröffentlichung der DVD-ROM-Reihe "Vorarlberg interaktiv" startet in Bälde.


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12.03.10 15:11

Vorarlberg-Bilder-Service

Lizenzfreie Fotos über Vorarlberg für Schulen mit Beschreibung, Sagen, Alt-Neu-Vergleich


12.03.10 15:10

Vorarlberg-Medien

Medien im Online-Streaming-Medienkatalog mit Vorarlbergbezug: DVDs, Fotos, Lernspiele, etc.


12.03.10 15:10

Lebens-/Wirtschaftsraum Vorarlberg

Didaktische DVD über Vorarlberg: einsetzbar ab der 4. Klasse der Volksschule, in deutscher und...


12.03.10 14:48

Wissenswertes

Unterrichtspraktische Informationen zu unserem Bundesland


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Oberes Rheintal (3501150)

Exklusiv für den Schulunterricht in Vorarlberg und die Studien an der PH Vorarlberg
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Bildersammlung

Grafiken/Landkarten
a. Panoramakarte
a. Panoramakarte 1.6 Mb
b. Landkarte
b. Landkarte 1.4 Mb
c. Landkarte
c. Landkarte 2.7 Mb
d. Luftbild
d. Luftbild 1.4 Mb
e. Bezirksgrenzen
e. Bezirksgrenzen 1.0 Mb
f. Gemeindegrenzen
f. Gemeindegrenzen 1.1 Mb
g. Flüsse
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h. Berge und Gebirge
h. Berge und Gebirge 0.9 Mb
i. Verkehrswege
i. Verkehrswege 1.1 Mb
Bilder
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01. Oberes Rheintal von der Schweiz aus
01. Oberes Rheintal von der Schweiz aus 1.6 Mb
02. Illmündung
02. Illmündung 1.2 Mb
03. Blick vom Älpele Richtung Schellenberg
03. Blick vom Älpele Richtung Schellenberg 6.6 Mb
04. Kummenberg mit Koblach
04. Kummenberg mit Koblach 1.8 Mb
05. Raum Feldkirch mit Ambergtunnel
05. Raum Feldkirch mit Ambergtunnel 1.7 Mb
06. Raum Rankweil/Vorderland/Hanggemeinden
06. Raum Rankweil/Vorderland/Hanggemeinden 1.5 Mb
07. Kirschblüte in Fraxern
07. Kirschblüte in Fraxern 1.7 Mb
08. Blick vom Blasenberg Richtung Schattenburg
08. Blick vom Blasenberg Richtung Schattenburg 1.7 Mb
09. Marktgemeinde Rankweil
09. Marktgemeinde Rankweil 2.0 Mb
10. Marktgemeinde Götzis
10. Marktgemeinde Götzis 1.8 Mb
11. Baggerseen Rankweil-Brederis
11. Baggerseen Rankweil-Brederis 1.6 Mb
12. Buchenwald am Sattelberg
12. Buchenwald am Sattelberg 2.1 Mb
13. Üble Schlucht
13. Üble Schlucht 2.0 Mb
14. Riedlandschaft (Matschelser Ried)
14. Riedlandschaft (Matschelser Ried) 1.5 Mb
15. Autobahn und Westbahn mit Udelbergdurchstich
15. Autobahn und Westbahn mit Udelbergdurchstich 1.8 Mb
16. Radweg an der Frutzbrücke
16. Radweg an der Frutzbrücke 1.4 Mb
17. Alter Grenzstein an Brücke in Bangs
17. Alter Grenzstein an Brücke in Bangs 1.9 Mb
17a. Grenzübergang Meiningen
17a. Grenzübergang Meiningen 1.6 Mb
18. Sennhof Rankweil-Brederis
18. Sennhof Rankweil-Brederis 1.8 Mb
19. Baugewerbe (Nägele)
19. Baugewerbe (Nägele) 1.8 Mb
20. Fahrzeug- und Maschinenbau (Walser)
20. Fahrzeug- und Maschinenbau (Walser) 1.6 Mb
21. Elektronik (Omicron)
21. Elektronik (Omicron) 1.3 Mb
22. Obstverwertung (Rauch)
22. Obstverwertung (Rauch) 1.1 Mb
23. Milchverarbeitung (Vorarlberg Milch)
23. Milchverarbeitung (Vorarlberg Milch) 1.3 Mb
24. Schnapsbrennerei (Whisky Broger)
24. Schnapsbrennerei (Whisky Broger) 1.4 Mb
25. Einkaufszentrum Altenstadt-Rankweil
25. Einkaufszentrum Altenstadt-Rankweil 1.6 Mb
26. Kläranlage Meiningen
26. Kläranlage Meiningen 1.6 Mb
27. Bildungshaus Batschuns
27. Bildungshaus Batschuns 1.3 Mb
28. Marktgasse Feldkirch
28. Marktgasse Feldkirch 1.6 Mb
29. Rettungs- und Feuerwehrleistelle Altenstadt
29. Rettungs- und Feuerwehrleistelle Altenstadt 1.2 Mb
30. Basilika Rankweil
30. Basilika Rankweil 1.2 Mb
31. Ruine Neuburg in Koblach
31. Ruine Neuburg in Koblach 2.0 Mb
31a. Weitere Burgen und Ansitze
31a. Weitere Burgen und Ansitze 1.9 Mb
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32. Freilichtmuseum Brederis 2.0 Mb
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33. Möslestadion Götzis 1.7 Mb
34. Golfplatz
34. Golfplatz 1.7 Mb
35. Wildpark Feldkirch am Ardetzenberg
35. Wildpark Feldkirch am Ardetzenberg 1.2 Mb
36. Am Felsbandweg – Grenzweg A - FL
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37. Wandergebiet Übersaxen
37. Wandergebiet Übersaxen 1.3 Mb
38. Kulturbühne AMBACH
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Früher-heute-Bilder
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01. Feldkirch
01. Feldkirch 1.0 Mb
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Sagen

Sage: Fräulein Ida von der Schattenburg (Feldkirch)

 

Die Schattenburg wurde einst von den Grafen von Montfort hoch über Feldkirch erbaut. Sie konnte sämtlichen Belagerungen und Angriffen standhalten und thront heute noch über der Altstadt von Feldkirch.

 

Neben den Grafen und Rittern wurde die Burg auch von einem Burgfräulein namens Ida bewohnt, die in der ganzen Stadt für ihre Schönheit bekannt war. Sie soll so rein und schön gewesen sein, dass sie vielen Männern den Kopf verdrehte. Vor Jahren hatte sie sich jedoch unglücklich verliebt und einem Mann ihr Herz geschenkt. Er hatte ihr versprochen auf die Schattenburg zurückzukehren und war nie mehr wiedergekommen. Ihr Kummer war so groß, dass sie sich in ihrer Kammer einschloss und niemanden sehen wollte. Nachdem einige Zeit vergangen war, hörte sie eines Abends vom Burghof unter ihrem Fenster liebliche Klänge erschallen. Neugierig spähte sie über die Fensterbank hinunter und erschrak, als eine Stimme zu ihr sprach: „Guten Abend holde Meid, warum schauen sie so betrübt? Kommen sie doch herunter und leisten einem armen, fahrenden Sänger Gesellschaft!“

 

Der Sänger blieb einige Monate auf der Schattenburg und sie verliebten sich unsterblich ineinander. Doch auch dieses Mal blieb das Burgfräulein Ida alleine zurück. Neun Monate später gebar sie heimlich ein Kind. Damals war es fast unmöglich ein Kind alleine groß zu ziehen, weshalb sie es tötete. Um ihre Spuren zu beseitigen stieg sie nachts zur Ill hinunter, um sich zu waschen. Es wird erzählt, dass ihre Seele auch nach ihrem Tod keine Ruhe fand, weshalb sie seitdem jede Samstagnacht von der Schattenburg zur Ill wandelt und am selben Ort ihre Hände im Fluss säubert.

 

Erzählt nach:          Lins und Kirchmayr (2006): Vorarlberger Sagen. S. 81f.

Geschrieben von:    Sabrina Wehinger

Überarbeitet von:    Siegfried Schmidinger


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Sage: Der wilde Reiter von Mesasca (Feldkirch/Liechtenstein)

 

Lange vor unserer Zeit glaubten viele Leute noch an Geister und Hexen. Passierten merkwürdige Dinge, für die sich die Menschen keinen Rat wussten, suchte man einen Schuldigen. So geschah es auch in der folgenden Sage vom wilden Reiter von Mesasca.

 

In Liechtenstein, unweit von Feldkirch, liegt der Ort Triesen. Einst lebte im Bergdorf Mesasca über Triesen ein elternloses Mädchen, dass bettelarm war. Oft musste sie Hunger leiden, weshalb sie den umliegenden Bauern bei der Arbeit half, um sich ein Stück Brot zu verdienen. Eines Tages machte sie sich auf den Weg, um die Butter von einer Alpe ins Tal zu bringen. Plötzlich hörte sie lautes Hundegebell und wurde auf einen verletzten Jäger im Gebüsch aufmerksam. Vom wenigen Gewand, dass sie besaß, nahm sie die Schürze und riss sie entzwei um die blutenden Wunden zu verbinden. Danach rannte sie, so schnell sie ihre Füße tragen konnten zurück zur Alpe, um Hilfe zu holen. Der Bauer rief beim Anblick des Verletzten: „Ach Kind, das ist der Vogt von der Schattenburg aus Feldkirch“. Nachdem sich der Vogt von seinem Jagdunfall erholt hatte, belohnte er das Mädchen mit einem kostbaren Ring. Er sprach zu dem Mädchen: „Nimm diesen Ring - und solltest du in Not geraten, bring ihn in die Schattenburg und ich werde dir helfen!“ In den folgenden Jahren meinte es das Leben sehr gut mit dem Mädchen, das nun als Magd beim Bauern arbeitete. Eines Tages jedoch, starb das Kind des Bauern urplötzlich. In seinem Kummer beschuldigte er das Mädchen, schuld am Tod des Kindes zu sein. Das Gericht in Vaduz verurteilte das unschuldige Mädchen zum Tode. Als der Bauer dies hörte, ereilte ihn das schlechte Gewissen und er erinnerte sich an das Versprechen des Vogts, der das Mädchen womöglich noch retten könnte. Dunkelheit brach bereits herein, als er sein Pferd im Galopp von Triesen nach Feldkirch trieb, um dem Vogt den Ring zu bringen. In Feldkirch angekommen, wurde er in den Rittersaal geführt, in dem eine prunkvolle Veranstaltung stattfand. Vom Wein benebelt konnte sich der Vogt nicht mehr an sein Versprechen erinnern und das Mädchen wurde in derselben Nacht getötet. Kurz darauf verstarben auch der Bauer und der Vogt. Aufgrund ihrer Schuld wurden beiden zum herumgeistern verdammt.

 

So hört man den Geist des Bauern Nacht für Nacht von Triesen auf Feldkirch reiten, und auch der Vogt geistert seit jenem unheilvollen Ereignis in der Schattenburg zwischen Rittersaal und Burgtor umher.

  

Erzählt nach:         Ess, Schurig, Sperandio (1981): Vor Jahr und Tag. 101 Geschichten aus Vorarlbergr: S. 133.

Geschrieben von:   Sabrina Wehinger

Überarbeitet von:   Siegfried Schmidinger

 

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Sage: Fraxern brennt (Fraxern)

 

Bereits in den Jahren 1525 und 1760 wurde das Bergdorf Fraxern von Brandkatastrophen heimgesucht, die jeweils fast das gesamte Dorf zerstörten.

 

Man schrieb das Jahr 1934 – und wieder brannte Fraxern. Ein Bote eilte in den Vorarlberger Landtag und rief panisch: „Ganz Fraxern steht in Flammen!“. Er berichtete, dass die Glut von einem Windstoß durch ein offenes Küchenfenster auf das Schindeldach getragen wurde, worauf das Haus in wenigen Sekunden in Flammen stand. Einige Mitglieder des Landtags machten sich sofort auf den Weg nach Fraxern. Schon von Weitem sah man eine dicke Rauchsäule in den Himmel über dem Kirschendorf aufsteigen. Menschen eilten zu Fuß oder mit dem Auto die schmale, kurvige Dorfstraße hinauf, um zu helfen. Den Helfern bot sich ein fürchterlicher Anblick. Kirschenbäume reckten ihre verkohlten und brennenden Äste in den Himmel, unzählige Häuser standen in meterhohen Flammen, Frauen und Kinder rannten schreiend durch die Straßen und versuchten ihr Hab und Gut zu retten. Inzwischen waren die Feuerwehren aus den umliegenden Dörfern eingetroffen. Panisch schrie eine Frau nach ihrem Kind, das in einem brennenden Haus gefangen war. Todesmutig stürzte sich ein Feuerwehmann in die Feuersbrunst und kehrte mit dem weinenden Jungen zurück. Mit Eimern und Wasserspritzen versuchten die Männer, das Übergreifen des Feuers auf weitere Gebäude zu verhindern. Ein lauter Knall ließ das Dorf erzittern, als die Scheiben des Pfarrhauses zersprangen und tieforange Flammen aus den leeren Fenstern schlugen. Die Bewohner Fraxerns suchten auf dem ummauerten Friedhof hinter der Kirche Schutz und beteten um das Ende dieser Brandkatastrophe.

 

Am Nachmittag desselben Tages sollten sie erhört werden. 32 Wohnhäuser waren vom Feuer dem Erdboden gleichgemacht worden, die Kirche wie durch ein Wunder verschont geblieben. Menschen aus ganz Vorarlberg und unzähligen Nachbarorten in der Schweiz halfen, das verwüstete Fraxern wieder aufzubauen.

  

 

Erzählt nach:         Ess, Schurig, Speradio (1981): Vor Jahr und Tag. 101 Geschichten aus Vorarlberg, S. 110

Geschrieben von:   Sabrina Wehinger

Überarbeitet von:   Angelika Meusburger und Monika Reichart


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Sage: Im Götzner Steig (Götzis)

 

Vor vielen, vielen Jahren, als eure Großeltern selbst noch Kinder waren, mussten die Leute oft lange Wege zu Fuß zurücklegen. Wanderten sie nicht schnell genug, kamen sie nicht mehr vor Anbruch der Nacht zurück und mussten in der Finsternis weiterlaufen. Auch früher hatten die Menschen oft Angst vor der Dunkelheit und so kam es, dass viele Gruselgeschichten entstanden. Eine davon spielt im Götzner Stieg.

 

Viele Götzner berichteten, dass in der Nacht eine furchterregende Stimme von dieser bewaldeten Gegend über Götzis dröhnte. „Neunundneunzig Daumen! Neunundneunzig Daumen!“, hallte es vom Götznerberg bis ins Dorf hinab. Die Götzner mieden deswegen nachts das Gebiet zwischen Götznerberg und Meschach oder beeilten sich, noch vor Anbruch der Dunkelheit ins Dorf zurückzukehren. Diese Geisterstimme war die einer Pfarrköchin aus dem Schwabenland. Die Pfarrköchin war Zeit ihres Lebens unehrlich gewesen und hatte beim Verkaufen ihrer Milch immer gemogelt. Hatte jemand einen Liter Milch bestellt, so hielt sie ihren Daumen in die Milchkanne. Dadurch hatten die Leute immer etwas zu wenig Milch in ihrer Kanne. Hinterlistig wie sie war, meinte die Pfarrköchin immer: „Neunundneunzig Daumen ergeben auch wieder einen Liter!“ Für ihre Betrügereien wurde sie nach ihrem Tod dazu verdammt, als Geist im Götzner Stieg ihr Unwesen zu treiben.

In einer finsteren Nacht, so erzählt man sich, fuhr ein Kutscher durch den Götzner Stieg. Er hatte es nicht mehr geschafft, bei Tageslicht zurückzukehren und musste so nachts diesen unheimlichen Wald durchqueren. Eilends trieb er seine Pferde an, um noch vor Mitternacht zu Hause zu sein. Aber er kam nicht weit. Aus der pechschwarzen Nacht hörte er die entsetzliche Stimme rufen: „Neunundneunzig Daumen! Neunundneunzig Daumen!“ Da machten seine Pferde einen riesigen Sprung zur Seite und galoppierten in Windeseile davon. Sie steuerten geradewegs mit ihm und seinem Wagen auf einen Abgrund zu. Der Kutscher brüllte und zog an seinen Zügeln. Die Pferde aber blieben nicht stehen, sondern rannten immer schneller und schneller davon. „Neunundneunzig Daumen“, erklang es erneut. Verzweifelt betete der Kutscher, die Pferde mögen stillstehen. Genau in diesem Moment erklangen die Kirchenglocken über Götzis und schlugen ein Uhr. Mit dem letzten Glockenschlag war der Spuk beendet. In letzter Sekunde blieben die Pferde vor dem tiefen Abgrund stehen und der Kutscher konnte erschrocken, aber unversehrt ins Dorf zurückkehren.

 

Seither hat niemand mehr die Geisterstimme gehört und die verwunschene Pfarrköchin konnte endlich ihre Ruhe finden.

  

Erzählt nach:         Lins und Kirchmayr (2006): Vorarlberger Sagen. S. 93ff.

Geschrieben von:   Elisa Guggenbichler

Überarbeitet von:   Angelika Meusburger und Monika Reichart

© Bildungsdirektion für Vorarlberg/Bildungsmedienzentrum

Sage: Der Klushund (Klaus)

  

Vor langer Zeit tobte ein grauenhafter Krieg, der dreißig Jahre andauerte. In ebendiesem Krieg versuchten die Schweden über die Bregenzer Klause nach Vorarlberg einzudringen. Die „Klus“ (Bregenzer Klause) war jedoch sehr gut gesichert und so gelang es den Vorarlbergern, die Gegner immer wieder zurückzuschlagen. Ein Mann aus Lochau führte die Schweden eines Nachts jedoch über den Pfänder nach Bregenz, weshalb er als Verräter zum Tode verurteilt wurde. Seit jener Zeit muss seine gequälte Seele in der Gestalt des Klushunds durch Vorarlberg geistern. Man sieht ihn bei Bregenz, Rankweil, Frastanz und vor allem im Kluserwald, der Götzis und Klaus verbindet. Es wird berichtet, dass der Klushund einem schwarzen, struppigen Hund gleicht und riesige feuerrote Augen hat.


Eines Tages wanderte ein Fleischhauer aus Götzis zum Viehhandel ins Oberland. Stockfinster war es, als er sich auf den Heimweg durch den Kluserwald über St. Arbogast machte. Plötzlich schien ihm, als wären seine Glieder gelähmt, sodass er keinen Schritt vor den anderen setzen konnte. In seiner Not fing er jämmerlich an zu klagen und zu beten. Wie aus dem Nichts verschwand dieses lähmende Gefühl, das ihn am Weiterkommen gehindert hatte, und er konnte seinen Weg eilends fortsetzen. Noch am nächsten Tag saß der Schrecken tief und er berichtete von seinem Erlebnis. Da erbleichte sein Gegenüber und rief: „Um Himmels Willen, du bist dem Klushund begegnet“. Seit jener Zeit mied der Metzger die Strecke über den Kluserwald, in welchem er nur knapp einem Unglück entkommen war.

 

Erzählt nach:        Ess, Schurig, Speradio (1981): Vor Jahr und Tag. 101 Geschichten aus Vorarlberg, S. 105.

Geschrieben von:  Sabrina Wehinger (2017)

Überarbeitet von:  Angelika Meusburger und Monika Reichart


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Sage: Der Schatz auf der Neuburg (Koblach/Götzis)

 

Auf der Ruine Neuburg, zwischen Götzis und Koblach soll ein Schatz versteckt sein. Dieser war dort von den Burgbewohnern versteckt worden und liegt schon seit Jahr und Tag unentdeckt auf dem bewaldeten Hügel. Denn vor langer Zeit, als noch Ritter die Burgen bewohnten, wurden diese immer wieder angegriffen. Die benachbarten Appenzeller brannten etliche Burgen im Land ab und machten sie dem Erdboden gleich. So geschah es auch mit der Neuburg.  Als die Ritter merkten, dass sie ihre Burg nicht mehr retten konnten, mussten sie vor ihrer Flucht eine große Menge Gold zurücklassen. Natürlich wollten sie nicht, dass das ihren Feinden in die Hände fiel. Deshalb versteckten sie es so gut, dass niemand es je finden würde.

 

An einem kalten Wintertag war eine arme alte Frau aus Götzis bei der Ruine unterwegs, um Brennholz zu sammeln. Da ihre alten Arme nicht mehr schwer tragen konnten, brachte sie nur ein wenig Kleinholz in ihrer Schürze nach Hause. In ihrer winzigen Hütte legte sie das Holz neben den Ofen und ging zu Bett. Zu ihrer großen Überraschung war das Feuerholz am nächsten Morgen wie vom Erdboden verschluckt. Stattdessen befand sich neben ihrem Ofen ein Haufen funkelnder Goldstücke. „Welch Wunder für eine arme alte Frau wie mich!“, staunte sie und von nun an musste sie nie mehr Hunger und Kälte leiden.

 

In Götzis verbreitete sich nun rasend schnell das Gerücht, die Alte habe den Schatz der Neuburg gefunden. Auch ein junger Mann hatte von der Geschichte gehört und sagte sich: „Die Ritter haben da oben sicher noch mehr Gold versteckt. Wenn das die Alte gefunden hat, dann find‘ ich das auch.“ Die Leute im Dorf warnten ihn jedoch: „Pass auf! Auf dem Schatz der Neuburg sitzt eine grausige Kröte, die ihn bewacht.“ Der Schatzsucher tat die Warnung nur mit einem Lachen ab und machte sich mit einem Spaten auf den Weg zur Neuburg. Um Punkt Mitternacht schritt er durch das alte Burgtor. „Huhu“, schrie plötzlich eine Eule hinter ihm und der Mann blickte erschrocken nach oben und erstarrte. Über ihm hing bedrohlich ein tonnenschwerer Mühlstein, welcher nur an einem einzigen Rosshaar befestigt war. Vor ihm stand eine furchterregende, feuerrote Kröte. Der Schreck war so groß, dass er den Spaten von sich warf und in Windeseile zurück ins Dorf rannte. Nie mehr wieder wollte er etwas vom Schatz der Neuburg wissen und dieser liegt wohl bis heute noch, bewacht von einer entsetzlichen Kröte, auf dem bewaldeten Hügel zwischen Götzis und Koblach.

Erzählt nach:           Lins und Kirchmayr (2006): Vorarlberger Sagen. S. 91ff.

Geschrieben von:     Elisa Guggenbichler 
Überarbeitet von:     Angelika Meusburger und Monika Reichart 

© Bildungsdirektion für Vorarlberg/Bildungsmedienzentrum

 

 

Sage: Das Nachtvolk von Meiningen (Meiningen)

 

Nachts, wenn ganz Vorarlberg tief und fest schläft, erwacht der Sage nach das Nachtvolk zum Leben. Das Nachtvolk gleicht einer Horde verwunschener Menschen, die wild durch das Land tobt und braust. Schon von Weitem sind Trommeln, Flöten und Paukenschläge zu hören, wenn die rasende Meute tanzend und musizierend durch Vorarlberg zieht.

 

Nicht viele Menschen haben das Nachtvolk bisher gesehen, denn nur wenige wagten es, die Kreaturen der Nacht abzuwarten. Ein Treffen mit dem Nachtvolk ist nämlich mit Gefahren verbunden. Wenn man weiß, wie man mit ihm umzugehen hat, ist es lustig und freundlich zu den Menschen, ja musiziert gar mit ihnen. Wer es verärgert, wird jedoch für sein Verhalten mit elenden Schmerzen bestraft. Für diejenigen gibt es nur einen Ausweg: eine erneute Begegnung mit dem Nachtvolk.

 

So erging es auch einem Bauern aus Meiningen. Fürchterliche Schmerzen an den Füßen quälten den armen Mann tagein tagaus, sodass er kaum einen Schritt vor den anderen setzen konnte. Eines Tages riet ihm ein Fremder: „Leg dich nochmals nachts auf die Bank nach draußen und warte ab.“ Der Bauer tat wie ihm geheißen und legte sich auf die Bank vor seinem Hof. Nicht lange nach Sonnenuntergang vernahm er das Getöse des Nachtvolks aus der Ferne. Dieses zog von der Schweiz über Gisingen ins Rheintal. Als es über Meiningen war, rief ein Nachtwesen den anderen zu, sie sollen warten. Der Nachtgeist meinte: „Ich habe hier meine Axt vor Jahren in einem Stock vergessen. Ich hol sie mir zurück!“

 

Als der Bauer am nächsten Tag von der Bank aufstand, waren seine Schmerzen ein für alle Mal verschwunden.

 

Erzählt nach:  Vom alten Glauben, Sagen aus dem Kreis Dornbirn, Walter Weinzierl u. Theo Bildstein, Dornbirn 1944, S. 31f

Geschrieben von:   Elisa Guggenbichler

Überarbeitet von:   Angelika Meusburger und Monika Reichart

 

© Bildungsdirektion für Vorarlberg/Bildungsmedienzentrum

 

Sage: Burg Schönberg (Rankweil)

 

Wenn ihr in Rankweil seid, könnt ihr die Basilika auf dem Liebfrauenberg bewundern. Die schöne Kirche überblickt das Rheintal und ist von Weitem zu sehen. Aber nicht immer stand auf dem Liebfrauenberg eine Kirche.

 

Vor vielen hundert Jahren befand sich genau an dieser Stelle die mächtige Burg Schönberg. Von dieser Burg ist schon lange nichts mehr zu sehen, denn sie wurde durch einen fürchterlichen Brand zerstört. Keiner wagte sich mehr auf den Liebfrauenberg, denn die Leute erzählten sich, dass es in der Burgruine spuke.

 

Eines Tages sagte ein beherzter Bäcker zu den Leuten im Dorf: „Diese Spukgeschichte glaube ich euch nicht. Ich werde eine Nacht auf Burg Schönberg verbringen und euch zeigen, dass es keine Geister gibt.“ So marschierte er furchtlos zur Ruine und legte sich in den alten Gemäuern zur Ruhe. Kaum hatte er seine Augen geschlossen, läuteten die Kirchenglocken zwölf Mal. Mit dem letzten Glockenschlag erwachte auch die Ruine zum Leben. Plötzlich stand ein Ritter in silberner Rüstung vor dem Bäcker. Er reichte ihm einen silbernen Schlüssel und rief mit schauriger Stimme: „Schließ das Tor auf!“ Der Bäcker nahm all seinen Mut zusammen und sagte standhaft: „Wieso sollte ich es öffnen? Ich habe es ja nicht zugesperrt. Mach das nur selber!“ Erbost sperrte der Ritter das Tor selbst auf. Dahinter lag die prall gefüllte Schatzkammer der Burg. Der Ritter zeigte auf einen Berg von Gold und Edelsteinen und meinte: „Siehst du diesen Schatz? Er soll dein sein. Nimm davon so viel du willst.“ Wieder antwortete der Bäcker trotzig: „Wieso sollte ich? Ich habe den Schatz nicht hierher gebracht. Er gehört mir nicht.“ Der Geist klagte jämmerlich. Dann führte er den Bäcker in den Burggarten. Dort reichte er ihm einen Spaten und bestimmte: „Grab hier ein Loch!“ „Wieso sollte ich? Ich habe hier nichts vergraben“, erwiderte der Bäcker. Da nahm der Ritter den Spaten in die Hand und ging selbst ans Werk. Auf einmal blitzte etwas Goldenes auf und der Ritter hob eine Truhe voller Goldtaler aus dem Erdloch. Er befahl: „Nun teil den Schatz gerecht zwischen uns beiden!“ „Wieso sollte ich? Mir gehört nichts davon!“, war die Antwort des Bäckers. Da teilte der Ritter selbst den Schatz in zwei gleiche Teile und übergab beide dem Bäcker. „Nimm den Schatz und behalte einen Teil. Die andere Hälfte spendest du den Armen!“, sprach der Ritter. Mit seinem letzten Wort war der Geist verschwunden.

 

Der Sage nach soll es der Geist des letzten Grafen von Schönberg gewesen sein. Weil der mutige Bäcker seine Befehle nicht befolgt hatte, wurde der Graf erlöst und er konnte in Frieden ruhen. Seither hat niemand mehr den Ritter vom Liebfrauenberg gesehen.

 

Erzählt nach:         Lins und Kirchmayr (2006): Vorarlberger Sagen. S. 97ff.
Geschrieben von:   Elisa Guggenbichler

Überarbeitet von:   Angelika Meusburger und Monika Reichart

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Sage: Das Gastrawible (Rankweil)

 

In uralten Zeiten – so erzählt man sich – lebte eine alte Frau einsam und allein am Rankler Egelsee. Ihre kleine, verfallene Hütte stand unter der Felswand der Gastra, weshalb die Alte nur Gastrawible genannt wurde.

 

Die alte Frau war weithin bekannt, weil sich keiner so gut mit Heilkräutern auskannte wie sie. Ihr ungeheuer großes Wissen war damals vielen Leuten unerklärlich. Viele Rankler fürchteten die bucklige Frau mit ihrer Warzennase auch aufgrund ihres Aussehens. Böse Zungen behaupteten gar, sie könne hexen. So kam es, dass die Rankler die Gastrahöhe mieden und sich manche Gruselgeschichte über das Gastrawible erzählten.

 

Eines Tages kehrte ein junger Soldat in Rankweil ein und berichtete, er wolle mit seinem Pferd nach Satteins reiten. Seine Wirtin riet ihm: „Wenn du sicher reisen willst, wähl nicht den Weg über die Gastra.“ Und sie erzählte ihm vom Gastrawible. Der junge Mann entgegnete lachend: „Ein altes Weiblein wird mich nicht das Fürchten lehren.“ Trotz der Warnung sattelte er sein Pferd und ritt im Galopp über die Gastra. In der Nähe des Egelsees überkam ihn die Neugier und er ritt näher zum Häuschen des Gastrawibles. Da stand sie plötzlich leibhaftig vor ihm.  Sein Pferd erschrak derart, dass es sich laut wiehernd aufbäumte und zur Seite sprang. Pferd und Reiter landeten im Egelsee. Von beiden fehlt bis heute jede Spur. Die Rankler behaupteten allerdings, dass das boshafte Lachen des Gastrawibles bis ins Tal herunter gehallt habe. Manche munkeln sogar, dass man es bis heute in stillen, dunklen Nächten im Gastrawald hören kann.

 

Erzählt nach:         Ess, Schurig und Sperandio (1981): Vor Jahr und Tag: 101 Geschichten aus Vorarlberg. S. 121. 

Geschrieben von:   Elisa Guggenbichler

Überarbeitet von:   Angelika Meusburger und Monika Reichart


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Sage: Das silberne Kreuz von Rankweil (Rankweil/Zwischenwasser)

 

Einst hütete ein junger Hirte sein Vieh in der Nähe des Frödischbaches bei Rankweil, als er plötzlich etwas Sonderbares erblickte. Aus der Mitte des Flussbetts ragte etwas seltsam Glänzendes. Neugierig näherte er sich und zog an dem silbernen Gegenstand. Da löste sich ein kunstvoll gefertigtes Silberkreuz aus einer Sandbank und der Junge hielt es erstaunt in seinen Händen.

 

Wenig später eilten schon die ersten schaulustigen Bewohner von Rankweil und Zwischenwasser herbei, um den seltenen Fund zu begutachten. „Das Kreuz gehört uns!“, rief eine Bewohnerin von Rankweil. Aber auch die Bewohner von Zwischenwasser wollten das wertvolle Fundstück für sich beanspruchen und behaupteten: „Das Kreuz ist auf unserer Flussseite gefunden worden!“ Nun begann ein heftiger Streit zwischen den beiden Gemeinden, bei dem jede darauf beharrte, die rechtmäßige Besitzerin des Kreuzes zu sein.

 

Da trat plötzlich ein fremder Mann von hinten an die Menschenmenge heran. Der Unbekannte sprach: „Hört auf zu streiten! Ich habe einen Vorschlag: Spannt zwei wilde Ochsen an einen Wagen und legt das schöne Kreuz darauf. Es soll dort bleiben, wo es die Ochsen hintragen.“ Den Leuten gefiel seine Idee und so wurde sie in die Tat umgesetzt. Kaum waren die Ochsen an den Wagen mit dem Kreuz gekettet, marschierten sie zielstrebig durch den Wildbach und machten sich auf nach Rankweil. Sie liefen über Stock und Stein schnurstracks auf den Rankler Liebfrauenberg zu. Erst dort hielten sie vor der Kirche an. Da war für die Bewohner beider Dörfer klar: „An diesem heiligen Ort soll das Kreuz bleiben“. Der weise Unbekannte war allerdings verschwunden und die Leute munkeln bis heute, es sei der Heilige Petrus persönlich gewesen, der ihnen diesen Rat gegeben habe.

 

Seither hängt das silberne Kreuz in der Rankler Liebfrauenkirche, wo es von vielen Leuten bewundert wird. 

 

Erzählt nach:     Ess, Schurig und Sperandio (1981): Vor Jahr und Tag: 101 Geschichten aus Vorarlberg. S. 116.

Geschrieben von:   Elisa Guggenbichler (2017)

Überarbeitet von:   Angelika Meusburger und Monika Reichart


© Bildungsdirektion für Vorarlberg/Bildungsmedienzentrum

 

Sage: Das Nachtvolk von Übersaxen (Übersaxen)

 

Nachts, wenn ganz Vorarlberg tief und fest schläft, erwacht der Sage nach das Nachtvolk zum Leben. Das Nachtvolk gleicht einer Horde verwunschener Menschen, die wild durch das Land tobt und braust. Schon von Weitem sind Trommeln, Flöten und Paukenschläge zu hören, wenn die rasende Meute tanzend und musizierend durch Vorarlberg zieht.

 

Nicht viele Menschen haben das Nachtvolk bisher gesehen, denn nur wenige wagten es, die Kreaturen der Nacht abzuwarten. Ein Treffen mit dem Nachtvolk ist nämlich mit Gefahren verbunden. Wenn man weiß, wie man mit ihm umzugehen hat, ist es lustig und freundlich zu den Menschen, ja musiziert gar mit ihnen. Wer es verärgert, wird jedoch für sein Verhalten bestraft. Besonders in den Raunächten, den dunklen Nächten zwischen Weihnachten und Dreikönig, soll es sein Unwesen in unserem Land treiben.

 

In Übersaxen – so erzählt man sich – soll in einer dieser Raunächte eine gruselige Begegnung mit dem Geistervolk stattgefunden haben. Die Mitglieder einer Bauernfamilie saßen in dieser dunklen Nacht gemeinsam am warmen Kaminfeuer, während draußen ein kalter Wind um die Häuser pfiff. Sie unterhielten sich blendend, als plötzlich ein fürchterlicher Krach über das Bergdorf hereinbrach. Musik dröhnte vom Himmel herab, Schreie und Getrampel hallten über Übersaxen und ein Sturm erschütterte den ganzen Ort. Die Übersaxner versuchten sofort auszumachen, woher der Lärm stamme. Sie konnten allerdings nichts finden.

 

Am folgenden Tag entdeckte der Knecht des Bauernhauses etwas Sonderbares: Der Baumstumpf, auf dem das Holz gespalten wurde, befand sich nicht mehr am selben Ort wie am Abend zuvor. Darin steckte ein Beil so tief, dass niemand es schaffte, es wieder herauszuziehen. So hatte das Nachtvolk seine Spuren hinterlassen.

 

Erzählt nach:        Vom alten Glauben, Sagen aus dem Kreis Dornbirn, Walter Weinzierl u. Theo Bildstein, Dornbirn 1944, S. 9f.

Geschrieben von:  Elisa Guggenbichler
Überarbeitet von:  Angelika Meusburger und Monika Reichart


© Bildungsdirektion für Vorarlberg/Bildungsmedienzentrum

 

Begleittext


Das Obere Rheintal in Vorarlberg

Vorwort

 

Das Bodenseerheintal ist ein Sohlental, das die geologische Grenze zwischen Ost- und Westalpen bildet. Darunter verbirgt sich ein Grabenbruch, der von eiszeitlichen Gletschern weiter ausgeschürft wurde. Ablagerungen und Geschiebemassen der Fließgewässer füllten den durch Moränen rückgestauten Rheintalsee nach und nach weiter auf. Der Bodensee bildet den Rest des ehemals riesigen Sees.

 

Der Talboden war bis ins 19. Jh. stark versumpft. Durch Trockenlegungen und Schutzverbauungen ist der Talboden nach und nach für Siedlungen und Landwirtschaft nutzbar geworden. Wegen der immer wiederkehrenden Überschwemmungen durch den Rhein haben Österreich und die Schweiz vertraglich eine gemeinsame Regulierung des Rheins vereinbart und durchgeführt.

 

Das obere Rheintal reicht vom Kummenberg bis an die liechtensteinische Grenze bei Feldkirch. Neben dem dicht besiedelten Talgrund liegen eine Reihe von Dörfern an den Hängen am Ostrand des Rheintales.

 

Infolge der starken Besiedelung und der immer noch zunehmenden Mobilität gibt es im Rheintal ein dichtes Straßennetz mit Autobahn sowie eine Eisenbahnlinie mit zwei Verbindungen in die Schweiz und einem Anschluss nach Deutschland.

 

Im oberen Rheintal gibt es eine Reihe von Betrieben der Maschinen- und Metallindustrie und der Elektroindustrie. Auch die  Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist mit einigen Betrieben präsent.

  

Karten

 

a.         Panoramakarte

b.         Landkarte

c.         Landkarte

d.         Luftbild

e.         Bezirksgrenzen

f.          Gemeindegrenzen

g.         Flüsse

h.         Berge und Gebirge

i.          Verkehrswege

 

Bildbeschreibung

 

01.       Oberes Rheintal von der Schweiz aus gesehen (Blickrichtung Osten)

 

Im Bildvordergrund ist der Lauf des Rheins zu sehen, in den die von Auwäldern gesäumte Ill mündet. Dahinter liegt die Ebene des oberen Vorarlberger Rheintales, im Hintergrund die Berge des Freschenstocks und des Walserkamms. Rechts im Mittelgrund liegen Teile der Stadt Feldkirch (Nofels, Gisingen, Altenstadt).

 

Das Vorarlberger Rheintal erstreckt sich von der liechtensteinischen Grenze im Süden bis zum Ufer des Bodensees im Norden (ca. 30 km) und von den Bergflanken des Freschenstockes im Osten bis zum Rhein im Westen, der die politische Grenze zur Schweiz bildet.

 

Der Kummenberg trennt das Vorarlberger Rheintal in ein Unteres und Oberes Rheintal. Er ist für Vorarlberg von historischer Bedeutung, war er doch die Heimstätte der ersten sesshaften Menschen nach der Eiszeit in unserem Land (Kadel, Krinne, Bocksberg). Außerdem bildete er lange Zeit die Sprachgrenze zwischen Alemannen und Rätoromanen.

 

02.       Illmündung

 

Die Ill ist der bedeutendste Nebenfluss des Rheins. Ihre Umgebung ist ein beliebtes Naherholungsgebiet im Oberland. Seit 2014 steht an der Mündung in den Rhein ein Kraftwerk der Stadt Feldkirch, das nicht nur zur Energiegewinnung dient, sondern zugleich eine Sanierung der unteren Ill, insbesondere des Mündungsbereiches umfasste. Im Bild links ist die Mündung der „Kleinen Ill“ zu sehen, einem künstlichen, aber naturnahen Nebengerinne mit Restwasser zur Umgehung der Staustufe, zugleich ein beliebtes Erholungsgebiet. In der Mitte liegt die eigentliche Illmündung, dahinter die Staustufe des Illkraftwerkes, rechts das Flussbett des Rheins.

 

03.       Blick vom Älpele Richtung Schellenberg

 

Feldkirch liegt am Dreiländereck Österreich-Liechtenstein-Schweiz.

Die Grenzlinie zu Liechtenstein verläuft durch das Ried ganz links im Bild, dann über den Schellenberg der Felskante entlang (langgezogener Rücken im Mittelgrund) und schließlich zum Bangser Ried Richtung Rhein.

 

04.       Kummenberg mit Koblach

 

Der Kummenberg teilt das Rheintal geographisch in ein oberes und unteres Rheintal.

Die Gemeinde Koblach liegt am südlichen Fuß des Kummenberges. Neben dem Kummenberg bietet Koblach eine Reihe weiterer wertvoller Landschaftselemente wie den Ausläufer des Sattelberges, das Koblacher Ried, den Frutzauwald und das Rheinvorland im Westen. Auch die durch den Kummenberg geschützte klimatisch vorteilhafte Lage begründet den Ruf Koblachs als gefragte Wohngemeinde.

 

 

05.      Raum Feldkirch von Norden

 

Im Bildvordergrund der Stadtteil Altenstadt mit dem Nordportal des Ambergtunnels.

Im Mittelgrund liegt die Innenstadt, vom Ardetzenberg (rechts) verdeckt. Im Hintergrund erhebt sich der Drei Schwestern-Stock.

 

Das erstmals 1218 als Stadt erwähnte Feldkirch hat im Altstadtkern noch seinen mittelalterlichen Charakter erhalten. Das einst geschlossene, wehrhaft ausgebaute Feldkirch bildet heute nur noch den kleinen historischen Kern. Durch die Eingemeindung von Altenstadt (mit Levis, Gisingen und Nofels), Tosters und Tisis im Jahre 1925 wurde die Stadtgemeinde Groß-Feldkirch gebildet, ein Gebiet von 34 km² mit rund 33.000 Einwohnern (2017).

 

Wie viele andere Rheintalgemeinden ist auch Feldkirch im Begriffe, mit seinen Nachbargemeinden zusammenzuwachsen, obwohl die Flächenwidmungspläne eine

übermäßige Zersiedelung verhindern sollten.

 

Feldkirch ist mehr Verwaltungs-, Schul- und Wohnstadt denn Industriestadt, obwohl

auch eine Reihe sehr renommierter Betriebe hier ihren Sitz haben.

 

06.       Raum Rankweil/Vorderland, ein Blick über Rankweil bis Fraxern und zur Hohen Kugel

 

Fraxern, am Hang im Bildhintergrund Mitte, ist von alters her wegen der günstigen klimatischen Lage als „Kirschendorf“ bekannt. Viktorsberg mit seinem Kloster am Hang rechts der Bildmitte, dessen Ursprung auf den heiligen Eusebius zurückgeht, ist überregional von historischer und kultureller Bedeutung (Baustil, Kreuzgang, Veranstaltungen). Rechts über Viktorsberg erhebt sich die Hohe Kugel.

 

In der Bildmitte ist der schmale Auwaldsaum der Frutz sichtbar. Im Vordergrund liegt die Marktgemeinde Rankweil.

 

Zwischen Ardetzenberg und Sattelberg bei Klaus (im Bild hinten links) weitet sich die obere Rheintalebene zu einer großen Bucht, welche – von Feldkirch aus gesehen – das so genannte Vorderland bildet. Die geschützte Lage dieses Gebietes hat zur Entstehung zahlreicher Rand- und Hangsiedlungen geführt und die Landwirtschaft begünstigt, besonders auch den Obstbau. In jüngster Zeit wurden sogar wieder ein paar Weinberge gepflanzt. In den letzten Jahren ist die Landwirtschaft deutlich im Rückgang begriffen, während die Zahl der Gewerbebetriebe stark zugenommen hat.

 

Die kleinen Gemeinden am Ostrand der Rheintalebene sind heute zusammengewachsen und bilden bereits ein beinahe geschlossenes Siedlungsgebiet mit der Marktgemeinde Rankweil (im Vordergrund). Die weiter östlich auf den Bergrücken der Ausläufer des Freschenstockes liegenden Berggemeinden haben dagegen noch teilweise ihren ursprünglichen Dorfcharakter erhalten. Sie sind heute wichtiges Erholungsgebiet, vor allem zum Spazieren und Wandern.

 

07.       Kirschblüte in Fraxern

 

Die nach Süden ausgerichtete Hanglage Fraxerns begünstigt die Kultur von Kirschbäumen. Im sogenannten „Kriasidorf“ gedeihen 20 verschiedene Kirschsorten. Aus diesen wird das bekannte „Fraxner Kriasiwasser“, ein Kirschbrand, hergestellt. Sehr beliebt ist Fraxern als Ausgangspunkt für Wanderungen in das Mittelgebirge am östlichen Rheintalrand wie etwa zur Hohen Kugel.

 

08.       Blick vom Blasenberg Richtung Schattenburg

 

Das Stadtzentrum von Feldkirch bildet das Zentrum des oberen Rheintales. Hier haben viele bedeutende Einrichtungen des Landes ihren Sitz, wie das Diözesanhaus, die Arbeiterkammer, die Wirtschaftskammer, das Landesgericht u. a. m. Feldkirch ist auch mit seinen vielen Bildungseinrichtungen als Schulstadt bekannt. Kultureller und touristischer Anziehungspunkt ist das alte Stadtzentrum, über dem die Schattenburg thront.

 

Der Name Feldkirch taucht urkundlich erstmals um 850 auf. Erst nachdem sich Graf Hugo I. von Montfort um 1200 auf der Schattenburg nieder­gelassen hatte, übertrug sich der Name Feldkirch auf die neu gegründete Siedlung (Neustadt!) an der Ill. Um 1218 ist zum ersten Mal die Rede von der Stadt Feldkirch.

 

Das Grafengeschlecht der Montforter regierte 200 Jahre lang die Stadt. Mit dem Tod des letzten Gra­fen von Montfort 1390 gingen Stadt und Herrschaft Feldkirch an das Haus Habsburg, damit auf Österreich über.

 

09.       Marktgemeinde Rankweil, Blick Richtung Osten gegen das Laternsertal

 

Im Mittelgrund halbrechts ist die Basilika zu sehen. Halblinks am Berghang die Ortschaft Batschuns. Links hinten der Hohe Freschen, rechts hinten der Hochgerach.

 

Die Marktgemeinde Rankweil ist mit rund 12.000 Einwohnern (Stand 2017) die zweitgrößte Gemeinde im Bezirk Feldkirch und die achtgrößte in Vorarlberg. Schon zur Zeit des Römischen Reichs war das heutige Rankweil unter dem Namen „Vinomna“  (Vinomnasaal!) ein Verkehrsknotenpunkt, an dem die befestigten römischen Straßen zusammenliefen.

In Rankweil haben mehrere z.T. weltweit tätige Unternehmen ihren Standort.

 

Besonders bekannt ist Rankweil als Wallfahrtsort durch die 1985 zur "basilica minor" erhobene Liebfrauenbergkirche, die auch im Rankweiler Wappen zu sehen ist.

 

10.       Marktgemeinde Götzis

 

Blick nach NO gegen das Ortszentrum, rechts darüber der Götznerberg mit dem Kapf, einer typischen Klippe des Helvetikums.

 

Das 843 erstmals urkundlich erwähnte Götzis ist mit etwas über 12.000 Einwohnern (Stand 2017) die größte Marktgemeinde des Vorarlberger Oberlandes. In der ehemaligen „Textilgemeinde“ stehen heute viele Betriebe der unterschiedlichsten Branchen.

Götzis`Geschichte manifestiert sich in der Ruine Neu-Montfort, dem Junker Jonas Schlössle und dem Schlösschen Sonderberg.

 

Für kulturelle und sportliche Tätigkeiten bietet Götzis zahlreiche Möglichkeiten, z.B. im Mösle Stadion oder an der Kulturbühne am Bach.

 

11.       Baggerseen Rankweil-Brederis

 

Die nacheiszeitlichen Materialaufschüttungen von Rhein, Ill und anderen Gebirgsflüssen ließen im Rheintal umfangreiche Schotterfelder entstehen. In diesen Aufschüttungen fließen sehr ausgedehnte Grundwasserkörper, die sich im langsamen Austausch mit Rhein und Ill oder anderen Flüssen befinden. Wo Kiesgruben angelegt wurden, tritt das Grundwasser zu Tage. Im Bild sieht man die durch Aushub von Kies entstandenen Baggerseen bei Paspels. Links im Auwald fließt die regulierte Ill. Im Vordergrund liegen die ausgebaggerten Seen der „Rüttenen“. Rechts im Hintergrund liegt der Kummenberg.

 

Das Interesse an den Baggerseen teilen sich die Bauwirtschaft, die Fischer, Surfer, Badegäste, sonstige Erholungssuchende und Naturschützer. Die Gemeinde Rankweil versucht allen diesen verschiedenen Interessensgruppen gerecht zu werden. Der zur Paspeler Straße hin liegende Badestrand wird privat bewirtschaftet, den Kiesabbau mittels Schwimmbagger betreibt die Firma Nägele.

 

12.       Buchenwald am Sattelberg

 

Obwohl das Rheintal sehr dicht besiedelt ist, besitzt es noch einige sehr naturnahe Gebiete. Im Buchenwald am Sattelberg kann man noch erahnen, wie die meisten Wälder an den Hängen des Tales früher beschaffen waren. Im Frühling bringt das durch die kahlen Bäume scheinende Licht eine reiche Bodenflora zum Vorschein, im Sommer schützt das grüne Blätterdach den Boden und der Herbst erfreut uns mit dem rot leuchtenden Laub des Buchenwaldes.

 

13.       Üble Schlucht

 

Von der Übersaxener Straße nach Laterns-Thal oder in umgekehrter Richtung kann man in knapp zwei Stunden die Üble Schlucht, eine der beeindruckendsten Urlandschaften Vorarlbergs durchwandern. Der anspruchsvolle Weg ist in der Nähe zur Frutz meist ziemlich nass, erfordert gutes Schuhwerk und wasserfeste Kleidung.

 

Aufgrund von Steinschlaggefahr ist die Schlucht oft unpassierbar, jedoch Im Sommer nach vorheriger Begutachtung und Instandsetzung für Besucher geöffnet. In der Klamm finden sich in den spektakulären Felswänden mit dem Kieselkalk die härtesten Gesteinsschichten Vorarlbergs, in die sich die Frutz in die Tiefe eingeschnitten hat.

 

14.       Irisblüte im Matschelser Ried

 

In den letzten Jahrzehnten wurden die ursprünglichen Riedflächen im Rheintal durch Zersiedelung und Meliorierung (Bodenverbesserungsmaßnahmen) immer mehr eingeengt und durch Verkehrswege zerschnitten. Heute sind die verbliebenen freien Restflächen weitestgehend unter Schutz gestellt, da sie bedeutende Rückzugsgebiete für bedrohte Pflanzen- und Tierarten und die wichtigsten Naherholungsgebiete für das dicht besiedelte Rheintal sind.

 

Die Talsohle ist ein vom Rhein und seinen Zuflüssen aufgefülltes Schwemmland. Kiesbänke wechseln mit verlandeten Flachgewässern, die Moore bildeten.

 

Erst im 18. Jh. begann man diese Feuchtgebiete landwirtschaftlich zu nutzen: vorerst als Weideland, später auch als Futterwiesen und Ackerland. Ermöglicht wurde diese Entwicklung durch Flussregulierungen, insbesondere des Rheins, und der großflächigen Entwässerung durch die Anlage von Gräben und Kanälen.

 

15.       Westbahn und Autobahn mit Udelbergdurchstich

 

Hier sieht man die Autobahn bei Götzis, rechts daneben die Eisenbahnlinie Bregenz-Feldkirch. Der Einschnitt links hinten markiert den Udelberg-Durchstich der Autobahntrasse am Ostrand des Kummenbergs.

 

Das Rheintal ist heute verkehrsmäßig sehr gut erschlossen. Noch um1850 waren  große Teile des Tales versumpft und von immer wiederkehrenden Hochwässern bedroht.

 

16.       Radweg an der Frutzbrücke

 

Das Bild zeigt den Radweg entlang des Rheins an der Frutzmündung.

Die Umweltproblematik der CO² Emissionen hat dem Fahrrad als umweltfreundliches Verkehrsmittel für kleinere Distanzen einen starken Aufschwung gebracht. Daher haben Gemeinden und Land Vorarlberg das Radwegenetz stark gefördert und erweitert. Man kann heute praktisch ohne den Autoverkehr zu berühren per Drahtesel von Schruns bis Bregenz fahren.

 

17.       Alte Grenze an der Brücke in Bangs

 

In Feldkirch-Bangs liegt die westlichste Ecke Österreichs. Hier grenzen Österreich, Schweiz und Liechtenstein aneinander. Am Radweg nach Liechtenstein finden wir heute noch den unter Denkmalschutz stehenden alten Grenzübergang des Österreichischen Kaiserreiches nach Liechtenstein.

 

17a.     Grenzübergang Meiningen

 

Vom Grenzübergang Meiningen führt über eine Rheinbrücke nach Oberriet in die Schweiz. Die Fahne der Europäischen Union zeigt an, dass man hier EU-Gebiet betritt bzw. verlässt.

 

18.       Sennhof Rankweil-Brederis

 

Der Sennhof in Rankweil-Brederis ist Teil der Stiftung Jupident. Viele Jahrzehnte lang wurde er als vorbildlicher landwirtschaftlicher Musterbetrieb geführt und diente der Selbstversorgung sowie als Beschäftigungstherapie. 2002 wurden Teile des landwirtschaftlichen Grundes für eine Golfanlage verpachtet, 11 Hektar des landwirtschaftlichen Grundes wurden privaten Pächtern zur weiteren Bewirtschaftung übergeben.

Schwerpunkte des Sennhof-Betriebes sind die Eierproduktion (50 000 Hühner) und die Erzeugung von Nudelspezialitäten aus eigener Produktion. Im Sennhof-Lädele

werden daneben auch regionale landwirtschaftliche Produkte angeboten. Auf vom Sennhof vermieteten Flächen werden Blumen gezogen, die zur Gänze in die Schweiz exportiert werden.

 

19.       Baugewerbe (Nägelebau)

 

Das Bild zeigt eine Baustelle mit Kran der Firma Nägele.

 

Westlich der Orte Sulz – Röthis – Weiler – Klaus erstreckt sich an der Bundesstraße zwischen Frutzbrücke und Autobahnauffahrt Klaus eine Industriezone. Dort befindet sich knapp unterhalb der Frutzbrücke auch das Gelände der Firma Nägelebau. Nägelebau hat ihr Angebot an Baudienstleistungen und die Herstellung von Bauprodukten in verschiedene eigenständige Unternehmen ausgegliedert.

Dazu haben sich auch neue Unternehmen der Baubranche am bestehenden Standort Röthis angesiedelt, wodurch ein umfassender Industrie- und Gewerbepark entstanden ist.

 

20.       Walser Fahrzeugbau in Rankweil

 

Die Metall- und Maschinenindustrie in Vorarlberg kann weltweit gesehen Spitzenqualität liefern. Die Walser GmbH in Rankweil ist der führende Spezialist im Karosseriebau und Fahrzeugbau in Vorarlberg, Süddeutschland, der Schweiz und in Liechtenstein. Die Produktpalette umfasst u.a. Feuerwehrfahrzeuge, Spezialfahrzeuge, Ladekräne, Holzkräne, Anhänger, Sattelauflieger, Kippfahrzeuge, Klein-LKW-Aufbauten, Lackierung und Hydraulik-Geräte. Walser GmbH ist auch regionaler Vertreter des Weltmarktleaders Palfinger (Kranaufbauten).

 

21.       Betriebsgebäude der Omicron Electronics GmbH in Klaus

 

Omicron ist ein erfolgreich weltweit tätiges Unternehmen, das innovative Prüf- und Diagnoselösungen für die elektrische Energieversorgung entwickelt und vertreibt.

Nicht nur in der Mess-, Steuer- u Regeltechnik ist Omicron engagiert, sondern auch im Bereich der Ausbildung und des sozialen Managements in der eigenen Belegschaft.
Das Unternehmen betreibt Servicezentren auf allen Kontinenten.

 

22.       Obstverwertung (Rauch Fruchtsäfte)

 

Portierloge mit Ein- und Auslieferungsstelle im Betrieb Rankweil.

 

Vorarlberg verfügt über einige moderne, große Produktionsstätten zur Erzeugung von Fruchtsäften und Limonaden. Der Großteil gelangt in den Export. Es wird weit mehr Obst verarbeitet, als im eigenen Land wächst. Deshalb werden u.a. auch Äpfel, Birnen und Beeren aus Osteuropa oder Orangen aus Südeuropa und Amerika eingeführt.

 

Als größter Fruchtsaft- und Eisteeproduzent Österreichs stellt Rauch auch anderen Getränkefirmen sein Knowhow und seine Produktionskapazitäten zur Verfügung. Sitz des Unternehmens ist Rankweil. Die Exportquote (in ca. 90 Länder) liegt um 60%. Der Transport erfolgt meistens in Form von Konzentraten. Die Tagesproduktion beträgt ca. 1 Mio. Liter Fruchtsaft und Eistee (Lagerkapazität ca. 90 Mio. Liter).

 

Die Obstverwertung auf Bauernhöfen und in Haushalten hat heute kaum mehr Bedeutung in der Versorgung der Vorarlberger Gesamtbevölkerung. 1950 wurden privat noch ca. 8 Mio. Liter Most erzeugt.

 

23.       Milchverarbeitung (Vorarlberg Milch)

 

Auf dem Bild ist die Anlieferungsanlage in Feldkirch-Gisingen zu sehen.

 

Vorarlberg Milch in Feldkirch repräsentiert u. a. den hohen Qualitätsstand der Vorarlberger Landwirtschaft. Derzeit werden in Feldkirch bei Vorarlberg Milch pro Jahr rund 61 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet. 40 Prozent des Umsatzes machen allein die Käseprodukte aus. Ein neu geplanter Käsekeller soll ermöglichen, die Käseproduktion, die schon 40% des Umsatzes ausmacht, zu verdoppeln. Vorarlberg Milch wird von 502 Lieferanten mit Milch versorgt und beschäftigt 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Obwohl Vorarlberg heute ein Industrieland ist, leisten die rund 14.000 Beschäftigten in der Landwirtschaft einen bedeutenden Beitrag für unser Gemeinwesen. 

 

24.       Schnapsbrennerei (Whisky Broger)

 

In Vorarlberg erzeugen zahlreiche kleine bis größere Produzenten qualitativ hochwertige Destillate. Bisher wurden vor allem Spirituosen aus Obst erzeugt. Inzwischen bereichern Produzenten von Whisky, Rum oder Gin die Destillerielandschaft.

 

Im Bild ist die Broger Privatbrennerei in Klaus zu sehen, die sich seit 2008 erfolgreich auf Whisky spezialisiert hat.

 

Bei heimischem Whisky dient Riebelmais als Basis, bei Gin steht die Wacholderbeere im Vordergrund, bei Rum ist es Zuckerrohr. Spirituosen aus Früchten oder Wurzeln wie Geist, Schnaps oder Brand werden unterschiedlich hergestellt. Beim Geist werden Früchte in Alkohol angesetzt und anschließend gebrannt. Beim Schnaps muss der Anteil des Basis-Destillats mindestens 33 % betragen. Beim Brand wird der gesamte Alkohol durch Gärung gewonnen.

 

25.       Einkaufszentrum Altenstadt-Rankweil 

 

Nahe des Autobahnanschlusses Feldkirch Nord liegt das größte Einkaufsareal des oberen Rheintals auf Rankweiler und Feldkircher Gebiet. Die zentrale Lage in der Region und gute Erreichbarkeit sind Hauptgründe für einen regen Zulauf. Über die L52 ist auch eine gute Anbindung an die Schweiz gegeben.

 

26.       Kläranlage Meiningen

 

Der Abwasserverband Region Feldkirch betreibt die Kläranlage Meiningen. Ange-schlossen sind die Gemeindegebiete Feldkirch, Frastanz, Göfis, Meiningen, Nenzing-West, Rankweil und Übersaxen mit insgesamt etwa 60.000 Personen.

 

Im Bildhintergrund ist jenseits des Rheins die Schweizer Ortschaft Oberriet zu sehen.

 

Pro Tag können rund 26.000 m³ Brauchwasser durch die Kläranlage fließen.  Nach der Vorklärung (2.580 m³ Kapazität), der biologischen Klärung (31.055 m³) und der Nachklärung (15.165 m³) fließt das gereinigte Wasser durch den Ehbach in den Rhein.

 

Der anfallende Klärschlamm wird im Faulturm (8.000 m³) und im Nacheindicker (4.000 m³) weiter behandelt und durch Kompostierung verarbeitet.

 

27.       Bildungshaus Batschuns

 

Das Bild zeigt die Ansicht des Bildungshauses vom Tal (Sulz) aus. Es steht über dem Rheintal an der Straße von Rankweil nach Laterns unterhalb des Ortszentrums von Batschuns. Ursprünglich als Jugendhaus gedacht ist es heute vor allem ein Ort der Begegnung und Zentrum der christlichen Erwachsenenbildung, aber auch eine Bildungsstätte für verschiedene gesellschaftliche und berufliche Gruppen.

 

Die Schwestern des Werkes der Frohbotschaft, die das Haus leiten, bieten Veranstaltungen religiöser, politischer, wirtschaftlicher, sozialer und pädagogischer Thematik an. Ebenso finden immer wieder künstlerische Veranstaltungen wie Ausstellungen statt. Tagungsräume, Speisesaal und Küche sowie 60 Betten bilden die nötige Infrastruktur für ein solch umfangreiches Angebot an Veranstaltungen.

 

28.       Marktgasse Feldkirch

 

Die Marktgasse Feldkirch gilt mit ihren prachtvollen Fassaden, dekorativen Giebeln und breiten Lauben als eine der schönsten Straßen Vorarlbergs. Seit vielen Jahren ist die Marktgasse Teil der Fußgängerzone. Dort werden der Wochenmarkt und drei Jahrmärkte (Johanni-, Micheli-, Thomasmarkt) abgehalten. Die Johanniterkirche am Ende der Marktgasse dient heute kulturellen Zwecken wie Kunst-Ausstellungen.

 

Graf Hugo I. von Montfort holte 1218 die Johanniter nach Feldkirch, womit der Aufstieg der Marktgasse zum Handelszentrum Feldkirchs begann. 1219 erhielt die Stadt eine Marktordnung nach Lindauer Vorbild.

 

29.       Rettungs- und Feuerwehrleitstelle Vorarlberg

 

Die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch-Altenstadt hat die Aufgabe, bei Bedarf alle Rettungskräfte in Vorarlberg zu alarmieren und deren Einsätze zu koordinieren. Ein landesweites, autonomes Funknetz mit zwei Zentralen, zehn Basisstationen und 85 Sendestationen (Alarmumsetzer), das auch eine landesweite Sirenenansteuerung ermöglicht, unterstützt den Einsatz der Hilfskräfte des Roten Kreuzes, der Feuerwehren, der Bergrettung, der Wasserrettung und anderer Einsatzkräfte. Im Landhaus in Bregenz befindet sich eine zweite technisch baugleiche Zentrale, die im Notfall eingesetzt werden kann.

30.       Basilika Rankweil auf dem Liebfrauenberg

 

Ende des 15. Jh. baute man anstelle der niedergebrannten romanischen Landkirche eine Burgkirche, die seither das Ortsbild von Rankweil auf dem 50 Meter hohen Liebfrauenberg bestimmt.

 

Das Rankweiler Gnadenbild steht in der angebauten Marienkapelle in der Mitte des  vergoldeten Rokokoaltars.

 

Die Basilika Rankweil ist seit jeher auch eine Zwischenstation auf dem Jakobsweg von Tirol nach Einsiedeln.

 

Um 842 wird die Marienkirche auf dem Liebfrauenberg erstmals urkundlich erwähnt Damals reichte das Pfarrgebiet von Rankweil bis Fraxern und Laterns, nach Westen hin sogar bis nach Montlingen auf der der schweizerischen Rheintalseite.

 

Aus dem 12. Jh. stammt das byzantinisch-romanische Bilderkreuz mit Reliquienkapsel („Silbernes Kreuz“).

 

31.       Ruine Neuburg

 

Die im Jahre 1152 erstmals urkundlich genannte Neuburg im Gemeindegebiet von Koblach gehörte der Familie der Reichsritter Thumb von Neuburg. 1363 verkaufte man die Burg und Herrschaft Neuburg an die Habsburger. Danach waren Burg und Herrschaft u. a. unter wechselnder Verwaltung der Grafen von Feldkirch oder Hohenems. Ab 1744 wurde die Burg nicht mehr genutzt und im Jahre 1769 abgebrochen. 1985 begann man mit einer umfassenden Restaurierung der Ruine, die heute von der Initiative "Burgruine Neuburg Koblach" getragen wird. Die Zeichnung zeigt die Burg am Ende des 16. Jh.

 

31a.     Weitere Ansitze und Burgen

 

Das Obere Rheintal befinden sich noch weitere Burgen und Ansitze. Auf dem Bild zu sehen sind oben von links nach rechts die Burg Alt-Montfort in Weiler sowie die Burg Neu-Montfort in Götzis und unten das Juncker-Jonas-Schlössle sowie der Ansitz Sonderberg (beide in Götzis).

 

Informationen zu diesen Gebäuden finden Sie in der Bilderreihe „Burgen, Schlösser und Ansitze Vorarlbergs“ (Mediennr. 3501145)

 

32.       Freilichtmuseum Villa Rustica

 

In Rankweil-Brederis wurde im Jahr 1954 eine Römervilla, deren Errichtung man auf das 1. Jh. n. Chr. datiert, im Auftrag des Vorarlberger Landesmuseums freigelegt. Man fand Wandmalereifragmente, Fensterglas, Tafelgeschirr, einheimische Keramik, Mühlsteinbruchstücke und Schreibgriffel aus dem 2. und 3. Jh. n. Chr. Bisher konnten drei Häuser archäologisch untersucht werden.  Rund 200 Meter von diesen Gebäuden entfernt wurde 2006 im Zuge von Erdarbeiten auf dem Gelände des heutigen Golfplatzes das zum Anwesen gehörende komfortable römische Badehaus entdeckt. Laut Landesmuseum sind im Umfeld noch weitere Gebäude dieses römischen Gutshofs zu vermuten.

 

Eine Schautafel im Freilichtmuseum informiert über die Anlage.

 

33.       Möslestadion Götzis

 

Das von der Marktgemeinde Götzis betriebene Möslestadion ist jährlich Ende Mai Schauplatz des internationalen HYPO-MehrkampfmeetingsBei dieser größten internationalen Sportveranstaltung in Vorarlberg messen sich die besten Mehrkämpfer und Mehrkämpferinnen der Welt im Wettkampf. Das modernst eingerichtete Stadion bietet bis zu 11.000 Besuchern Platz. Außer für die Leichtathletik wird es auch zum Fußballspiel und für den Schulsport genutzt.

 

34.       Golfplatz in Rankweil

 

Der 2006 errichtete 18-Loch-Golfplatz des GC Montfort Rankweil liegt an der L 190 bei Brederis. Im Gelände des Golfplatzes befinden sich die Ausgrabungen des 2006 entdeckten römischen Badhauses des Freilichtmuseums Villa Rustica in Brederis.

 

35.       Wildpark Feldkirch am Ardetzenberg

 

Der gemeinnützige Wildparkverein möchte die vielerorts schon zurückgedrängte heimische Tierwelt den Besuchern wieder näher bringen und Einblicke in die Natur und das Leben der Tiere ermöglichen. Neben vielen anderen sind Steinwild, Luchs, Wolf und Adler besondere Attraktionen. Insgesamt leben 21 Tierarten mit etwa 125 Individuen im Wildpark. Für viele der einzelnen Tiere haben Firmen und Privatpersonen Patenschaften übernommen, welche eine große Unterstützung für den Betrieb des Tierparkes bedeuten. Ein Waldlehrpfad ergänzt das Angebot insbesondere für die Schuljugend.

 

36.       Am Felsbandweg

 

Im Bild ist ein Abschnitt des Felsbandweges am Schellenberg zu sehen, der entlang der Grenze Österreich – Liechtenstein verläuft.

 

Das Wanderwegekonzept Vorderland als Teil des Vorarlberger Wanderwege-Konzeptes umfasst ein einheitlich beschildertes und markiertes Wegenetz von insgesamt 597 Kilometern. Alle Wege werden von Wegwarten betreut und Änderungen laufend nachgeführt. Die beschilderten Wegweiser sind ein europaweites Vorzeigemodell, denn sie liefern außer der Richtungsweisung eine Reihe weiterer Informationen. Auf der Webseite des Landes Vorarlberg finden sich umfangreiche Beschreibungen dazu.

 

37.       Erholungs- und Ausflugsgebiet Übersaxen

 

Das kleine Dorf Übersaxen liegt im Osten hoch über dem Rheintal. Mit der sonnigen Lage und der sauberen Höhenluft ist es das ganze Jahr über ein gesuchtes Ausflugs- und Erholungsgebiet für Wanderer, Spaziergänger, Skifahrer oder Langläufer. Besonders an Tagen, wo im Rheintal dichter Nebel herrscht, wird dieses Gebiet gern aufgesucht.

 

38.       Kulturbühne AMBACH in Götzis

 

Die Kulturbühne AMBACH in Götzis ist landesweit als Bühne für kulturelle Veranstaltungen aller Art bekannt: Konzerte, Theater, Musicals, Lesungen, Opern, Kabarett u.d.m.  Auch für Ballveranstaltungen, Ausstellungen, Tagungen oder Multimedia-Reiseberichte wird das bestens ausgestattete Haus am Bach gern genutzt. Der große Saal bietet Platz für 600 Besucher.