Gemeinden:Lech, Schröcken (Bregenzerwald), Warth
im Bezirk Bludenz:Lech
Bregenz:Schröcken, Warth
Bevölkerung:1.971 (2021)
Fläche:132,78 km2
Hauptfluss:Lech | Bregenzerach

Vorarlberg von oben, Lech
1:57 min | 2008

Vorarlberg von oben, Oberlech (Lech)
1:15 min | 2017

Vorarlberg von oben, Zug (Lech)
1:03 min | 2008

Vorarlberg von oben, Zürs
0:46 min | 2008

Vorarlberg von oben, Schröcken
1:43 min | 2008

Vorarlberg von oben, Hochtannberg Kalbelesee Körbersee
1:26 min | 2008

Vorarlberg von oben, Warth
1:32 min | 2008

Vorarlberg von oben, Formarinsee und Freiburger Hütte
2:13 min | 2008

Vorarlberg von oben, Rote Wand
1:41 min | 2008

  • Übersicht
  • Besiedelung

    Ab dem 14. Jh. ließen sich in dem damals unbesiedelten Gebiet Walserfamilien nieder. Die intensive Nutzung der Bergwiesen, die besondere Art des Heuens (gebogene Sense zum Mähen in Hanglagen, Heinzen zum Heutrocknen) und ihre Genügsamkeit ermöglichte ihnen, in diesen Hochlagen eine Lebensexistenz zu finden.

    Der ständige Bevölkerungszuwachs zwang die Familien zum Roden und Wirtschaften in immer höheren Lagen. Der Raubbau am Wald oder die Einstellung des Saumverkehrs führten im 19. Jh. zur Abnahme der Bevölkerung und zur Entsiedlung der Hochlagen. Bürstegg war in einer Höhe von 1.720 m die höchstgelegen Walsersiedlung Vorarlbergs. die Siedlung Hochkrumbach lag auf 1.679 m ü.A.

    Durch die vor der Jahrhundertwende begonnene Erschließung mit Fahrstraßen ins Tiroler Lechtal und von Stuben über den Flexenpass nach Lech und Warth verbesserten sich die Existenzbedingungen.

  • Namensgebung

    Die Lecher Kirche wurde bereits 1418 als "Kirche am Tennenberg" urkundlich verschriftlicht. Die Gemeinde Lech wurde ursprünglich "Tannberg am Lech" genannt. Das alte Walsergericht, zu dem bis 1567 auch Mittelberg gehörte, wurde als Walsergericht Tannberg.

  • Walsergericht Tannberg

    Sitz des Walsergerichts Tannberg war Lech. Zu ihm gehörten Lech, Hochkrumbach, Mittelberg, Schröcken und Warth. Von 1528 bis 1563 tagte es in Hochkrumbach, da es besser von Mittelberg aus - zumindest in der schneefreien Zeit - erreichbar war. 1567 bekam Mittelberg ein eigenes Gericht.

    Zu der Zeit war Vorarlberg in 24 solcher Gerichte eingeteilt. Sie vereinten Verwaltung und Gerichtsbarkeit. Während der Bayernherrschaft wurden diese Gerichte aufgelöst und sieben neue geschaffen. Als neue Verwaltungseinheit wurden die Gemeinden gegründet, wodurch Verwaltung und Gerichtsbarkeit auf Dauer getrennt wurden. Lech, Hochkrumbach, Schröcken und Warth wurden eigene Gemeinden. 1885 wurde die Gemeinde Hochkrumbach aufgelöst und Warth zur Gemeinde Warth-Hochkrumbach erklärt. 1924 erfolgte die Rückbenennung auf Warth.

  • Lech
  • Schröcken
  • Warth
  • Verkehr
  • Wirtschaft
  • Übersicht

    Neben dem Fremdenverkehr hat die Viehzucht und Milchwirtschaft im Tannberggebiet noch eine große Bedeutung. Überdies kommt der Alpwirtschaft eine wichtige landschaftsschützende Aufgabe zu. Nicht abgeweidete Grashänge fördern das Abrutschen der winterlichen Schneemassen, die dann als Lawinen die spärlichen Schutzwälder und die Siedlungen darunter bedrohen.

  • Alpwirtschaft

    Um in den Tallagen möglichst viel Heu für den Winter zu gewinnen, wurden schon vor Beginn der Besiedlung des Tannbergs Rinder, Schafe und Ziegen während des Sommers in die Hochlagen getrieben. Dies verdeutlicht eine Urkunde aus dem Jahr 1250 zur Alpe Wöster. Diese ist wohl die bekannteste und größte Alpe im Tannberggebiet. Sie liegt zum größten Teil in der Katastralgemeinde Lech und wird von Dornbirn aus beschickt.

  • Tourismus
  • Schutzhütten

    Mehrere Schutzhütten – Ravensburger Hütte beim Spullersee, Göppinger Hütte beim Hochlicht, Freiburger Hütte beim Formarinsee – bieten Unterkunft bei Wanderungen in den Lechtaler Alpen.

  • Bildung
  • Kirchen
  • Pfarren am Tannberg

    Die um 1390 erbaute Kirche in Lech war Mutterpfarre für das Walsergericht Tannberg. Erst im 17. Jh. lösten sich Warth und Schröcken von Lech und wurden eigene Pfarreien, die bis 1816 zur Diözese Augsburg gehörten. Bis zur Gründung der Diözese Feldkirch 1968 gehörten die Tannberger Pfarren zur Diözese Brixen.

  • Gewässer
  • Übersicht

    Flexen- und Hochtannbergpass bilden Wasserscheiden zwischen Donau und Rhein. Der Lech entspringt in der Nähe der Formarinalpe und fließt zur Donau. Die Bregenzerache hat ihr Quellgebiet am Fuß der Mohnenfluh und mündet in den Bodensee.

    Im Tannberggebiet liegen einige Bergseen, wie Spuller-, Formarin-, Zürser-, Butzen-, Körber- und Kalbelesee.

  • Bsundrigs
  • 1500 v. Chr.
  • Bronzezeit | Nutzung

    Erstes menschliches Leben auf dem Tannberg kann für die Bronzezeit nachgewiesen werden. Es wurde Wald gerodet, Flächen wurden als Weiden genutzt.

  • 750 v. Chr.
  • um 800 v. Chr. | Landwirtschaft

    In der Eisenzeit wird am Tannberg Ackerbau betrieben.

  • 0
  • ab 700 n. Chr. | Bewirtschaftung

    Die Bewirtschaftung des Tannbergs nimmt zu.

  • 1200
  • 1250 | Alpe Wöster

    Die Alpe Wöster wurde erstmals in einer Urkunde erwähnt.

  • 1300
  • ab dem 14. Jh.

    In dem damals unbesiedelten Gebiet lassen sich Walserfamilien nieder. Die Walsersterne in den Wappen der Tannberggemeinden erinnern daran.

  • um 1390

    Die Kirche in Lech war Mutterpfarre für das Walsergericht Tannberg.

  • 1400
  • 1418 | älteste Urkunde

    Ein Ablassbrief von 1418 ist die älteste Urkunde der „Pfarrkirche am Tennenberg“. Um die neu erbaute Kirche mit den nötigen Einrichtungsstücken versehen zu können, baten die Lecher mehrere Kardinäle und Bischöfe, die beim Konzil in Konstanz (1414 - 18) tagten, um einen Ablassbrief für zwei Wohltäter der Kirche.

  • 15. Jh. | Wang-Hus Lech

    Das Wang-Hus in Lech wird errichtet. 

  • 1453 | Habsburger

    Das Tannberggebiet kam unter die Herrschaft der Habsburger. Aus diesem Jahr stammt auch der erste urkundliche Hinweis auf das Gebiet „in der hohen Warth“.

  • 1488 | Alpe Wöster

    Dornbirner Bauern treten erstmals als Besitzer von Anteilen der Wöster-Alpe auf (Oberwöster 2.101 m ü.A.). Seit dieser Zeit erfolgt der Auftrieb von Kälbern, Rindern und Schafen auf dem ca. 47 km langen Weg von den Dornbirner Alpen am First durch den Bregenzerwald auf die Hochalpe. Der Auftrieb dauerte zwei Tage.

  • 1500
  • 1504 | älteste Glocke

    Die älteste Glocke der alten Lecher Pfarrkirche stammt aus dem Jahre 1504.

  • 1567 | Gericht Mittelberg

    Das Gericht Tannberg wird geschaffen. Bis dahin gehörten die Tannberggemeinden zum Gericht Mittelberg.

  • 1590 | Huber-Hus

    Das heute als Museum genutzte Huber-Hus wird gebaut.

  • 1600
  • 1625 | Pfarre Warth

    Warth löst sich als eigene Pfarrei von der Mutterpfarre Lech.

  • 17. Jh. | Bevölkerung von Schröcken

    Die Bevölkerung von Schröcken stieg im 17. Jh. auf fast 200 Einwohnerinnen und Einwohner. Bis in Höhenlagen von 1.700 m gab es Dauersiedlungen (z.B. Auenfeld), die später aufgelassen und in Alpen umgewandelt wurden.

  • 17. Jh. | eigene Pfarreien

    Warth und Schröcken lösten sich pfarrlich von Lech und wurden eigene Pfarreien, die bis 1816 zur Diözese Augsburg gehörten.

  • 1660 | Pfarre Schröcken

    Schröcken wird von der Mutterpfarre Lech unabhängig und eine eigene Pfarre.

  • 1678 | Seelsorge in Hochkrumbach

    Bedingt durch den Bevölkerungszuwachs im 16. und 17. Jh. wurden Dauersiedlungen bis in Höhenlagen um 1.700 m ü.A. ausgeweitet. Hochkrumbach erhielt 1678 eine eigenen Kaplanei. Der letzte Priester verließ den Ort 1856.

  • 1681 - 1682 | 1687 | Kirche Hochrumbach

    Anstelle der Kapelle aus dem Jahr 1550 wird auf dem Simmel eine Pfarrkirche errichtet und dem Hl. Jakobus geweiht. 1687 wird Hochkrumbach eine eigene Pfarrei.

  • 1695 | Kapelle in Bürstegg

    In Bürstegg wird eine Kapelle errichtet und dem Hl. Martin geweiht.

  • 1700
  • 1711 | Expositurkirche in Zug

    Die 1635 erbaute Kirche wird Expositurkirche von Lech. 1781 wird sie dem Hl. Sebastian geheiht. Bis 1860 war sie mit einem Priester besetzt.

  • 1730| Kirche in Bürstegg

    Bürstegg wird Expositurkirche von Lech.

  • 1774 | Pfarrkirche Schröcken

    Die alte Pfarrkirche in Schröcken wird durch einen Neubau ersetzt.

  • 1800
  • 1806-1814 | Bayernherrschaft

    Die Bayern herrschen über Vorarlberg. Die 24 Gerichte werden aufgelöst, Vorarlberg in Gemeinden eingeteilt und sechs neue Landgerichte geschaffen. Das Walsergericht Tannberg wurde aufgehoben. Lech, Hochkrumbach, Schröcken und Warth wurden zu Gemeinden.

  • 1806 | Walsergericht Tannberg

    Während der Bayernherrschaft wurde das Walsergericht Tannberg aufgelöst und dem Landgericht Sonnenberg angeschlossen. Seither sind Lech, Warth und Schröcken eigene Gemeinden.

  • 1816 | Bistum Brixen

    Vorarlberg gehört bis zur Gründung der Diözese Feldkirch zur Diözese Brixen. Tannberg und Kleinwalsertal waren vom 7. Jahrhundert bis 1816 dem Bistum Augsburg zugewiesen.

  • 19. Jh. | Entsiedelung

    Der Raubbau am Wald, die Einstellung des Saumverkehrs (besonders ins Lechtal) führten zur Abnahme der Bevölkerung und zur Entsiedlung der Hochlagen wie Hochkrumbach oder Bürstegg.

  • 1885 | Warth-Hochkrumbach

    Die bis dahin getrennten Gemeinden Warth und Hochkrumbach werden zu einer Gemeinde Warth-Hochkrumbach. Seit 1924 ist Hochkrumbach ein Ortsteil der Gemeinde Warth.

  • 1844 | Gerichtszugehörigkeit

    Warth und Schröcken kamen 1844 zum Gerichtsbezirk Bregenzerwald mit Sitz in Bezau. Lech verblieb bei Sonnenberg, dem heutigen Bezirk Bludenz.

  • 1856 | Pfarre Hochkrumbach

    Die Pfarre Hochkrumbach wurde aufgelassen. Der letzte Priester verließ den Ort.

  • 1859 | Seelsorge in Bürstegg

    Die Expositurkirche in Bürstegg ist nicht mehr mit einem Priester besetzt.

  • 1896 | erste Schitour

    Im Februar führten drei Lindauer die erste Schitour von Zürs über Lech nach Warth und weiter über Lechleiten nach Oberstdorf durch. 

  • 1897 | Flexenstraße

    Mit der Eröffnung der Flexenstraße ist Lech mit dem Klostertal verbunden. Ab 1895 wurde ab Stuben daran gearbeitet.

  • 1900
  • 1906 | erster Schikurs

    Unter der Leitung von Viktor Sohm fand in Zürs der erste Schikursstatt.

  • 1908 | Lechtalstraße

    Mit der Fertigstellung der Lechtalstraße sind Lech und Warth mit dem Klostertal und dem Tiroler Bezirk Reutte verbunden. Das Verbindungsstück von Lech nach Warth wurde zwischen 1902 und 1908 errichtet.

  • 1912 | Freiburger Hütte

    Die nahe dem Formarinsee 1.918 m ü.A. liegende Freiburger Hütte wird eröffnet.

  • nach Erstem Weltkrieg | Hotelbau

    In Zürs werden mehrere Hotels eröffnet, die für ihre Gäste Einheimische als Hotelschilehrer anstellten.

  • 1920er Jahre | Fremdenverkehr

    Der Fremdenverkehr führt zu einem großen Aufschwung. Dieser wird von 1933 bis nach dem Zeiten Weltkrieg stark gebremst.

  • 1924 | Gasthof in Warth

    Das Gasthaus Pfarrhof ist das einzige der Gemeinde Warth.

  • 1928 | Schischule Warth

    Die Skischule in Warth wird gegründet.

  • 1934 | Motorschlitten der Post

    Schon im Winter 1934/35 beförderten Motorschlitten der Post Wintergäste von der Schnellzugstation Langen am Arlberg über den Flexen nach Zürs.

  • 1935 | Tannbergbrücke

    Im Jahre 1935 wurde die Fahrstraße von Schoppernau nach Schröcken vollendet. Mit einer Spannweite von 70 m war die Tannbergbrücke zu dieser Zeit die drittgrößte Bogenbrücke Österreichs.

  • 1938 | Schlepplift

    Der erste Schlepplift Österreichs ging 1938 in Zürs in Betrieb.

  • 1938 - 1945 | Anschluss und Zweiter Weltkrieg

    Mit dem Anschluss Österreichs an Deutschland verliert Vorarlberg seine Selbständigkeit und wird Tirol angegliedert, von wo aus es verwaltet wird.

  • 1945-1955

    Vorarlberg ist französische Besatzungszone und wird von Innsbruck aus verwaltet.

  • 1950
  • 1953 | Hochtannbergstraße

    Durch den Bau der Hochtannbergstraße wurde Schröcken mit Warth verbunden und damit die Straßenverbindung ins Lechtal eröffnet..

  • ab 50er Jahre | Fremdenverkehr

    Die Gemeinden erleben den großen touristischen Aufschwung. Zahlreiche Hotels, Pensionen, Seilbahnen und Schilifte werden gebaut.

  • ab 60er Jahre | Wintersicherheit

    Die Bregenzerwaldstraße, die L200, wird zur Hebung der Wintersicherheit durch Tunnel- und Galeriebauten ausgebaut.

  • 1978 | Ortszentrum Lech

    Die Neugestaltung des Ortszentrums Lech wird fertiggestellt. Seit 1972 wurden die neuer Pfarrkirche, die Volks- und Mittelschule und die darunter liegende Tiefgarage neu gestaltet.

  • seit 1997 | Philosophicum Lech

    Die geisteswissenschaftliche Tagung Philosophicum Lech findet jährlich in Lech statt. Jedes Jahr wird ein neues Thema behandelt.

  • 2000
  • 2005 | Hochwasserschäden

    Das Starkregen- und Hochwasserereignis 2005 führte zu Überflutungen in Lech. Der Ort war teilweise nicht mehr auf dem Straßenweg erreichbar.

  • 2011 | Schule Warth

    Wegen Schülermangels wurde die Schule in Warth mit Schuljahr 2011/12 geschlossen. Die

  • 2013 | Schigebiet Warth-Schröcken

    Die Schigebiete von Schröcken und Warth schließen sich zusammen.

  • Geschichte
    1894Pfarrer Johann Müller läuft mit Holzschi von Warth nach Lech.
    1896Drei Lindauer brachte die erste Schitour von Zürs über Lech nach Warth.
    1906Unter der Leitung von Viktor Sohm fand in Zürs der erste Schikurs statt.
    nach dem Ersten WeltkriegIn Zürs werden mehrere Hotels eröffnet, die Einheimische als Schilehrer angestellt hatten.
    1928Die Schilehrer von Zürs schlossen sich zu einer Schischule zusammen.
    1934Motorschlitten der Post befördern Wintergäste von der Schnellzugstation Langen am Arlberg über den Flexen nach Zürs.
    1938In Zürs wird der erste Schlepplift Österreichs in Betrieb genommen.
  • Impressum

    Diese Zusammenstellung basiert auf "Bilder aktuell" und dem Dokument Begleittext.pdf der Basisinformationen. Diese finden Sie inkl. des Impressums unter Material bzw. Multimedia, wo weitere Bilder und ergänzende Informationen enthalten sein können.